Woran du es erkennst und was du tun kannst Delir im Krankenhaus
Dein Angehöriger war vor dem Krankenhausaufenthalt orientiert und ruhig. Plötzlich erkennt er dich nicht mehr, redet wirr, ist unruhig oder schläft tagsüber und ist nachts wach. Das ist erschreckend. Und es passiert häufiger als die meisten denken, besonders bei älteren Menschen und bei Menschen mit Demenz. Was du gerade beobachtest, könnte ein Delir sein. Es ist keine neue Erkrankung, sondern eine vorübergehende Verwirrtheit, die durch den Krankenhausaufenthalt selbst ausgelöst wird. Und du als Angehöriger spielst eine entscheidende Rolle dabei, es zu erkennen und zu verhindern.
Was ein Delir ist
Ein Delir ist ein plötzlicher Verwirrtheitszustand. Das Gehirn reagiert auf Stress, zum Beispiel auf eine Operation, Schmerzen, Schlafmangel, Flüssigkeitsmangel oder eine fremde Umgebung. Es ist kein Zeichen, dass dein Angehöriger „verrückt wird". Es ist eine körperliche Reaktion, die behandelt werden kann.
Ein Delir kann sich auf zwei Arten zeigen:
Unruhiges Delir: Dein Angehöriger ist aufgewühlt, verwirrt, versucht aus dem Bett zu klettern, redet zusammenhanglos oder erkennt dich nicht.
Stilles Delir: Dein Angehöriger ist ungewöhnlich ruhig, schläft sehr viel, reagiert kaum und wirkt wie abwesend. Diese Form wird häufig übersehen, weil sie unauffällig wirkt.
Wer besonders gefährdet ist
Menschen mit Demenz haben ein deutlich höheres Risiko, im Krankenhaus ein Delir zu entwickeln. Ihr Gehirn ist bereits empfindlicher und kommt mit der fremden Umgebung, dem veränderten Tagesrhythmus und dem Stress schlechter zurecht.
Aber auch ältere Menschen ohne Demenz können ein Delir entwickeln, besonders nach einer Operation, bei starken Schmerzmitteln oder wenn sie zu wenig trinken.
Woran du ein Delir erkennst
Achte auf plötzliche Veränderungen gegenüber dem Zustand vor dem Krankenhausaufenthalt:
- Plötzliche Verwirrtheit oder starke Orientierungslosigkeit
- Ungewohnte Unruhe oder umgekehrt ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit
- Halluzinationen, dein Angehöriger sieht oder hört Dinge, die nicht da sind
- Starke Stimmungsschwankungen innerhalb kurzer Zeit
- Tag-Nacht-Umkehr, also tagsüber schlafen und nachts unruhig sein
- Dein Angehöriger erkennt dich oder bekannte Personen nicht mehr
Wichtig: Du kennst deinen Angehörigen am besten. Wenn etwas anders ist als sonst, vertraue diesem Gefühl und sprich es an.
Was du tun kannst, um ein Delir zu verhindern
Du kannst aktiv dazu beitragen, das Risiko zu senken.
Vertraute Umgebung schaffen: Bring Fotos, ein Lieblingskissen oder einen vertrauten Gegenstand mit. Das gibt deinem Angehörigen etwas Vertrautes in einer fremden Umgebung.
Orientierung geben: Sag ihm beim Besuch, wo er ist, welcher Tag es ist und was als nächstes passiert. Ruhig und ohne Druck, einfach als Information.
Brille und Hörgerät sicherstellen: Wer nichts sieht oder hört, verliert schnell die Orientierung. Achte darauf, dass diese Hilfsmittel immer griffbereit und einsatzbereit sind.
Ausreichend trinken: Flüssigkeitsmangel ist einer der häufigsten Auslöser. Erinnere deinen Angehörigen beim Besuch daran zu trinken und sprich das Pflegepersonal an, wenn du das Gefühl hast, er trinkt zu wenig.
Bewegung fördern: Wenn es medizinisch erlaubt ist, hilf deinem Angehörigen, aufzustehen und sich zu bewegen. Auch kurze Spaziergänge auf dem Flur helfen.
Schlaf schützen: Versuche, laute oder aufgeregte Besuche am Abend zu vermeiden. Ruhe und ein gleichmäßiger Rhythmus helfen dem Gehirn.
Was du tust, wenn du ein Delir vermutest
Sprich sofort mit dem Pflegepersonal auf der Station. Beschreibe konkret, was du beobachtet hast und wie dein Angehöriger normalerweise ist. Sag ausdrücklich: „Das ist nicht sein normales Verhalten."
Ein Delir ist ein medizinischer Zustand, der behandelt werden muss. Je früher er erkannt wird, desto besser. Warte nicht ab und denke nicht, das gehöre zum Alter oder zur Erkrankung dazu.