Diabetisches Fußsyndrom Wenn kleine Verletzungen unbemerkt bleiben Mittwoch, 18. Feb., 2026 Veränderungen an den Füßen entstehen oft schleichend. Eine kleine Druckstelle, eine Blase, ein Riss in der Haut – scheinbar nichts Dramatisches. Und doch kann genau hier ein größeres Problem beginnen. Das diabetische Fußsyndrom gehört zu den häufigsten Folgeerkrankungen bei Menschen mit Diabetes. Für pflegende Angehörige ist es besonders relevant, weil Schmerzen häufig fehlen – und Warnzeichen leicht übersehen werden. Frühes Hinsehen macht hier einen entscheidenden Unterschied. Was ist das diabetische Fußsyndrom? Das diabetische Fußsyndrom ist keine einzelne Erkrankung, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Veränderungen am Fuß.Ursache ist ein über längere Zeit erhöhter Blutzuckerspiegel, der: Nerven schädigtBlutgefäße schädigt Die Folge:Kleine Verletzungen heilen schlechter, Infektionen breiten sich schneller aus – und Schmerzen werden oft nur abgeschwächt oder gar nicht wahrgenommen.Was harmlos beginnt, kann sich dadurch unbemerkt zu einer ernsthaften Wunde entwickeln. Woran erkennst du ein diabetische Fußsyndrom? Gerade weil Schmerzen häufig fehlen, sind sichtbare Veränderungen besonders wichtig.Achte unter anderem auf: Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Füßen oder ZehenDruckstellen oder BlasenKleine Risse, die nicht abheilenRötungen oder SchwellungenUngewöhnliche Wärme an einzelnen StellenVerhornungen oder VerfärbungenNässende Stellen oder unangenehmer Geruch Viele Betroffene bemerken diese Veränderungen selbst nicht. Eine regelmäßige Kontrolle der Füße gehört deshalb zur wichtigen Routine im Pflegealltag. Typische Fehler Beim diabetischen Fußsyndrom entstehen Probleme oft nicht durch Nachlässigkeit, sondern durch Unterschätzung.Häufige Stolpersteine sind: Kleine Verletzungen werden als „harmlos“ eingeordnetFüße werden nicht täglich kontrolliertZu enge oder ungeeignete Schuhe werden weitergetragenDruckstellen bleiben unbeachtetÄrztliche Abklärung erfolgt erst bei deutlicher Verschlechterung Wundexperte Lars Kaland: Beim diabetischen Fuß entscheidet oft nicht die Größe der Wunde, sondern wie früh sie erkannt wird. Je länger eine Verletzung unbemerkt bleibt, desto schwieriger wird die Behandlung. Was du als Angehöriger tun kannst Du kannst viel zur Sicherheit beitragen: Füße täglich kontrollieren – auch zwischen den ZehenAuf Druckstellen oder Hautveränderungen achtenAuf gut sitzende, nicht drückende Schuhe achtenHautpflege regelmäßig durchführenVeränderungen dokumentieren Eine kurze, regelmäßige Dokumentation – zum Beispiel im Pflegetagebuch der fabel App – hilft, Entwicklungen nachvollziehbar zu machen und Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Wann solltest du einen Arzt aufsuchen? Eine ärztliche Abklärung ist wichtig, wenn: Eine Wunde nach wenigen Tagen keine Besserung zeigtRötung oder Schwellung zunehmenSekret oder Geruch auftretenSchmerzen neu auftreten oder sich verändernUnsicherheit besteht, wie weiter vorzugehen ist Gerade beim diabetischen Fuß gilt: lieber früh abklären als abwarten. Fazit Das diabetische Fußsyndrom entsteht meist über Jahre – aber schwere Verläufe entstehen oft in kurzer Zeit. Aufmerksamkeit im Alltag ist hier keine Übervorsicht, sondern ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit und Lebensqualität. General/Icons/icon-arrow-left Dekubitus Ulcus cruris General/Icons/icon-arrow-right Über den Autor: Lars Kaland ist examinierte Pflegefachkraft mit Schwerpunkt moderne Wundversorgung. Seine beruflichen Wurzeln liegen in der Praxis – mit langjähriger Erfahrung in der Begleitung von Menschen mit chronischen und komplexen Wunden. Für fabel begleitet er den Themenbereich „Wunde“ als fachlicher Experte und bringt sein Wissen in die Inhalte ein. Sein Anspruch: qualitätsgesicherte Versorgung, Verlässlichkeit und individuelle Begleitung auf Augenhöhe. Mehr über seine Arbeit erfährst du beim Wundinstitut.
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