Welche Nährstoffe der Körper zur Heilung braucht | fabel

Ernährung & Wundheilung Welche Nährstoffe der Körper zur Heilung braucht

Trotz sorgfältiger Versorgung heilt die Wunde nur langsam. In solchen Situationen wird ein entscheidender Faktor oft unterschätzt: die Ernährung.

Wundheilung ist ein aktiver Aufbauprozess. Der Körper benötigt dafür Energie, Eiweiß, Vitamine und Spurenelemente. Fehlen diese Bausteine, kann selbst die beste lokale Versorgung an ihre Grenzen kommen.

„Ohne ausreichende Nährstoffversorgung fehlt dem Körper schlicht das Material, um neues Gewebe aufzubauen.“ Lars Kaland

Warum Ernährung so wichtig ist

Bei jeder Wunde laufen komplexe Prozesse ab:

  • Bildung neuer Zellen
  • Aufbau von Kollagen
  • Gefäßneubildung
  • Aktivierung des Immunsystems

All das kostet Energie. Besonders bei größeren oder chronischen Wunden steigt der Bedarf deutlich an.

Gleichzeitig haben viele pflegebedürftige Menschen:

  • verminderten Appetit
  • Kau- oder Schluckprobleme
  • chronische Erkrankungen
  • erhöhten Energiebedarf

Das Risiko einer Mangelernährung ist daher nicht zu unterschätzen.

Welche Nährstoffe spielen eine Rolle?

Eiweiß (Protein)

Eiweiß ist der wichtigste Baustoff für neues Gewebe. Ein Mangel kann die Granulation verzögern und die Wundstabilität beeinträchtigen.

Energie (Kalorien)

Ohne ausreichende Energie greift der Körper auf eigene Reserven zurück – unter anderem auf Muskelmasse. Das schwächt zusätzlich.

Vitamin C

Unterstützt die Kollagenbildung und das Immunsystem.

Zink

Beteiligt an Zellteilung und Wundverschluss.

Flüssigkeit

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt die Durchblutung und den Stoffwechsel.

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Wichtig ist: Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht pauschal eingesetzt werden, sondern bei Bedarf und in Abstimmung mit ärztlicher oder ernährungsfachlicher Begleitung.

Hinweise auf eine mögliche Mangelernährung

  • ungewollter Gewichtsverlust
  • Muskelschwäche
  • verminderter Appetit
  • verzögerte Wundheilung
  • trockene, fragile Haut

Gerade bei chronischen Wunden lohnt sich ein genauer Blick auf die Ernährungssituation.

Was bedeutet das für den Pflegealltag?

  • Essverhalten regelmäßig beobachten
  • Gewichtsverlauf dokumentieren
  • Mahlzeiten an individuelle Bedürfnisse anpassen
  • bei Auffälligkeiten frühzeitig interprofessionell abstimmen

Ernährung ist kein „Nebenthema“, sondern Teil eines ganzheitlichen Wundmanagements.

„Eine Wunde versorgt man nicht nur von außen. Heilung beginnt auch von innen.“— Lars Kaland

Fazit

Wundheilung ist ein energieintensiver Aufbauprozess. Ohne ausreichende Versorgung mit Eiweiß, Energie, Vitaminen und Flüssigkeit kann sich neues Gewebe nur eingeschränkt bilden.

Eine ganzheitliche Betrachtung – lokale Versorgung und Ernährungszustand – erhöht die Chancen auf eine stabile Heilung deutlich.

Doch auch eine gute Ernährung allein reicht nicht aus. Bewegung, ausreichende Durchblutung und eine gezielte Lagerung beeinflussen maßgeblich, ob Gewebe gut versorgt wird und sich regenerieren kann. Im nächsten Artikel geht es deshalb um den Zusammenhang von Bewegung, Durchblutung und Lagerung – und warum sie im Wundmanagement eine zentrale Rolle spielen.

Über den Autor:

Lars Kaland ist examinierte Pflegefachkraft mit Schwerpunkt moderne Wundversorgung. Seine beruflichen Wurzeln liegen in der Praxis – mit langjähriger Erfahrung in der Begleitung von Menschen mit chronischen und komplexen Wunden.

Für fabel begleitet er den Themenbereich „Wunde“ als fachlicher Experte und bringt sein Wissen in die Inhalte ein. Sein Anspruch: qualitätsgesicherte Versorgung, Verlässlichkeit und individuelle Begleitung auf Augenhöhe.

Mehr über seine Arbeit erfährst du beim Wundinstitut.

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