Fünf Schritte, die dir in akuten Momenten helfen | fabel

Wenn es eskaliert Fünf Schritte, die dir in akuten Momenten helfen

Es passiert oft ohne Vorwarnung. Du hilfst deinem Angehörigen beim Waschen oder Anziehen, und plötzlich schlägt er um sich, schreit oder sträubt sich mit aller Kraft. Du weißt nicht, was du tun sollst.

Diese fünf Schritte helfen dir in genau solchen Momenten. Wichtig: Sie funktionieren am besten in dieser Reihenfolge. Besonders die ersten beiden werden oft übersprungen, dabei sind sie die wirksamsten.

Schritt 1: Aufhören und Abstand nehmen

Hör sofort auf mit dem, was du gerade tust. Tritt mindestens einen Schritt zurück. Lass deine Hände sichtbar neben dem Körper hängen, nicht erhoben. Tu in diesem Moment nichts weiter.

Allein dieser Abstand zeigt deinem Angehörigen: Du bist keine Bedrohung. Das reicht manchmal schon, um die Situation zu entschärfen.

Schritt 2: Dich selbst beruhigen

Atme bewusst tief durch. Sprich mit ruhiger, tiefer Stimme. Keine schnellen Bewegungen, kein erhöhter Tonfall. Geh, wenn möglich, auf Augenhöhe.

Das klingt einfach, ist es aber nicht, wenn du selbst Angst hast oder dich hilflos fühlst. Und es ist trotzdem wichtig: Dein Angehöriger spürt deinen Stress. Je ruhiger du wirkst, desto ruhiger wird er.

Schritt 3: Das Gefühl benennen

Sag laut, was du siehst. Zum Beispiel: "Ich sehe, dass du gerade sehr aufgewühlt bist" oder "Das ist dir unangenehm, ich verstehe das."

Keine Erklärungen, keine Verbote, keine Rechtfertigungen. Nur benennen, was du wahrnimmst. Allein das kann die Anspannung deutlich senken, weil dein Angehöriger sich verstanden fühlt.

Schritt 4: Etwas anbieten, das ablenkt

Biete jetzt einen vertrauten Reiz an. Ein Lieblingsgetränk, ein vertrauter Gegenstand, ein Lied, das er mag. Auch ein Wechsel in einen anderen Raum kann helfen.

Nicht jeder Anker funktioniert bei jedem Menschen. Du kennst deinen Angehörigen am besten und weißt, was ihn beruhigt.

Schritt 5: Danach kurz aufschreiben, was passiert ist

Wenn die Situation vorbei ist, notiere kurz: Wann war es, was war der Auslöser, wie hast du reagiert und wie hat es sich aufgelöst?

Das hilft dir, Muster zu erkennen. Vielleicht passiert es immer zu einer bestimmten Tageszeit, bei einem bestimmten Ablauf oder nach einer bestimmten Situation. Wenn du das weißt, kannst du früher eingreifen oder die Situation von vornherein vermeiden.

Diese Momente sind belastend. Für dich und für deinen Angehörigen. Du musst sie nicht perfekt meistern. Aber mit diesen fünf Schritten hast du eine klare Handlung, auf die du dich in schwierigen Momenten stützen kannst.

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